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Das Wunder der Befruchtung - der ideale Zeitpunkt

November 2012

Bei bestehendem Kinderwunsch sollte die Frau ihren individuellen Zyklus kennen, um zum idealen Zeitpunkt einer Empfängnis Sex mit ihrem Partner zu haben. Nehmen Sie  Veränderungen Ihres Körpers bewusst wahr und machen Sie sich mit den physiologischen Vorgängen des eigenen Monatszyklus vertraut.

Jede Frau hat einen individuell unterschiedlichen Zyklus

Der Monatszyklus beginnt mit dem ersten Tag der Regelblutung und dauert  durchschnittlich28 Tage. Auch Zyklen zwischen 23 und 35 Tagen gelten noch als normal. Die individuelle Zykluslänge   kann sich ohne Vorliegen von Zyklusstörungen einmal um ein oder sogar zwei Wochen verschieben. Dies ist also kein Grund zur Beunruhigung.

Der Zeitpunkt des Eisprungs

Der Zeitraum, in der das Ei heranreift (Follikelreifung) bis zum Eisprung (Ovulation) ist von Frau zu Frau unterschiedlich und kann er von Zyklus zu Zyklus schwanken Die Phase des Eisprungs bis zum Tag der ersten Regelblutung ist bei allen Frauen relativ konstant und dauert ziemlich zuverlässig 14 Tage, sofern keine Schwangerschaft eintritt.

Berechnung des Eisprungs nach der Kalendermethode

Hat eine Frau einen regelmäßigen Zyklus von 27 Tagen, so lässt sich  zum Beispiel einfach errechnen, dass der Eisprung am 13. Tag stattfindet. Beträgt der Zyklus in der Regel 30 Tage, so findet der Eisprung am 16. Tag statt. Bei einem unregelmäßigen Zyklus kann diese   Methode zur Ermittlung des Eisprungs jedoch nicht angewandt werden.

Die Eireifungsphase

Etwa ab dem ersten Tag der Regelblutung erhält die Hirnanhangsdrüse (Hypohpyse) vom Zwischenhirn (Hypothalamus) das Signal, die Eierstöcke anzuregen und das follikelstimulierende Hormon FSH für die Eireifung zu produzieren. Zunächst reifen viele Eibläschen (Follikel) heran. Normalerweise reift aber nur ein Ei in einem Eibläschen voll aus. Dieser sogenannte dominante Follikel ist dann ungefähr 2 bis 2,5 Zentimeter groß. Die übrigen Eibläschen bilden sich wieder zurück. Die Zellen in dem Eifollikel beginnen mit der Produktion von Östrogen. Etwa in der Mitte des Zyklus, wenn der maximale Östrogenwert  erreicht ist, erhält die Hirnanhangdrüse die Botschaft, dass nun ein Ei reif ist. Diese reagiert auf das Signal mit der Produktion des luteinisierenden Hormons LH, das den jeweiligen Eierstock anregt, das Ei bald freizusetzen.

Der Eisprung und die Befruchtung

Innerhalb von 24 bis 36 Stunden ist der Eireifungprozess des Follikels vollendet und es kommt zum Eisprung (Ovulation). Der Follikel platzt auf und gibt das Ei frei. Die Eizelle ist die größte Zelle unseres Körpers. Ihr Durchmesser beträgt etwa 0,1 Millimeter. Aktiviert von Hormonen nimmt der mit fingerartigen Ausstülpungen versehene Trichter am Ende des Eileiters, der mit der Gebärmutter verbunden ist, die Eizelle auf. Nach etwa ein bis zwei Stunden erreicht das Ei eine erweiterte Stelle in dem etwa 10 bis 12 langen Eileiter, wo es in der Regel einige Stunden auf die Befruchtung wartet. Von Millionen von Spermien schaffen es nur etwa 300 bis zum Eileiter und einem einzigen Spermium gelingt es, die Eihülle zu durchdringen und das Ei zu befruchten, d. h. Ei- und Samenzelle verschmelzen zu einer neuen Zelle und ein Embryo entwickelt sich.

Die fruchtbaren Tage

Wird die Eizelle nicht innerhalb von 24 Stunden befruchtet, geht sie zugrunde. Spermien können im Körper der Frau jedoch drei bis maximal fünf Tage – in Ausnahmefällen sogar sieben Tage -  überleben und auf die Eizelle warten. Eine gute Chance für eine Empfängnis ist also auch zwei Tage vor dem Eisprung vorhanden. Einen Tag nach dem Eisprung ist die fruchtbare Phase beendet. Hat ein Paar ohne Verhütungsmaßnahmen regelmäßig zweimal wöchentlich Geschlechtsverkehr, so kann es die fruchtbare Zeit  eigentlich nicht verpassen.

Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit einer Schwangerschaft?

In unserer heutigen Welt, in der die Wissenschaft so vieles erforscht hat, ist die Fortpflanzung noch immer ein faszinierendes Wunder der Schöpfung. Selbst wenn ein Paar genau in der fruchtbaren Zeit ungeschützten Geschlechtsverkehr hat und die Frau im für eine Schwangerschaft idealen Alter zwischen 20 und 29 Jahren ist, besteht nur eine etwa 25prozentige Chance einer Empfängnis. Welche Faktoren bei der Einnistung des Eis in die Gebärmutter (Implantation) die entscheidende Rolle spielen, kann von der Wissenschaft bis heute nicht eindeutig beantwortet werden.

Die leise Sprache des Körpers wahrnehmen

In der Zyklusmitte ist nicht nur eine Veränderung des Zervixschleims und der  Körpertemperatur zu beobachten, manche Frauen spüren auch einige Tage vor dem Eisprung,   einen sogenannten Mittelschmerz. Darunter versteht man Schmerzen oder ein Druckgefühl im Bereich des rechten oder linken Eierstocks. Die Schmerzen können auch diffus im gesamten Unterbauch auftreten oder bis zum Rücken oder Dammbereich ausstrahlen. Sie dauern von einigen Minuten bis hin zu mehreren Stunden oder sogar Tagen und sind ein zuverlässiges Zeichen für die fruchtbare Zeit.
Auch am Glanz der Augen und der Haare sowie an Veränderungen der Haut ist bei manchen Frauen die Wirkung der weiblichen Geschlechtshormone Östrogen und Progesteron sichtbar. Die Einsprungsblutung – eine vorübergehende kurze Schmierblutung – ist ebenfalls ein Anzeichen für die hoch fruchtbare Zeit.

Viele Frauen merken in der Zeit nach dem Eisprung unter der Wirkung des Progesterons, dass die Brüste druckempfindlicher sind, praller werden und unangenehm spannen. Das Brustsymptom ist ein Zeichen, dass der Eisprung stattgefunden hat und die fruchtbaren Tage vorbei sind.

Technische Hilfsmittel

Neben der Selbstwahrnehmung der körperlichen Veränderungen im Monatszyklus gibt es natürlich auch die Möglichkeit, mit Hilfe von Zykluscomputern die günstigste Zeit  für die Empfängnis zu bestimmen. Die fruchtbaren Tage werden aufgrund von Hormonwerten, der Körpertemperatur oder des Kohlendioxydgehalts in der Atemluft bestimmt. In der Apotheke können Sie Zykluscomputer rezeptfrei kaufen. Erkundigen Sie sich, welcher Computer bei Kinderwunsch am besten geeignet ist. Auf folgenden Websites können Sie sich über Zykluscomputer informieren und diese auch bestellen

Mehr zum Thema finden Sie in unserer Literaturliste sowie unter den weiterführenden Links zur Natürlichen Familienplanung.

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