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Methoden zur Ermittlung der fruchtbaren Tage und des Eisprungs

Januar 2013

Die Kalendermethode

Hat eine Frau einen regelmäßigen Zyklus, so kann sie den Eisprung berechnen. Bei einer Zyklusdauer von 28 Tagen rechnet sie 14 Tage zurück und der Eisprung findet vermutlich am 14. Tag statt. Bei einer Zykluslänge von 23 Tagen kommt es am 9. Tag zum Eisprung und bei einer Zykluslänge von 31 Tagen am 17. Tag (siehe „Das Wunder der Befruchtung – der ideale Zeitpunkt“ im Archiv)

Die Beurteilung des Zervixschleims

Drüsen im Gebärmutterhals bilden ein Sekret, den sogenannten Zervixschleim, der verhindert, dass Bakterien aus der Scheide in die Gebärmutterhöhle aufsteigen können. Dieser Schleim bildet einen Pfropf und verschließt somit zuverlässig den Gebärmutterhals. Im Laufe des Monatszyklus verändern sich jedoch die Menge und die Beschaffenheit des Sekrets. Zu Beginn des Zyklus sondern die Drüsen relativ wenig Zervixschleim aus und die Scheide ist eher trocken. Im weiteren Verlaufe des Zyklus bilden sich geringe Mengen eines zähen, klebrigen, weißlich-gelblichen Schleims. In der Eireifungsphase steigt der Östrogenspiegel und unter dem Einfuß der Östrogene wird deutlich mehr Zervixschleim produziert. Dieser wird jetzt dünnflüssiger, glasklar und „spinnbar“. Die Frau nimmt in dieser Phase einen vermehrten Ausfluss wahr und der Scheideneingang fühlt sich feucht an. Der Zervixschleimpfropfen, der den Gebärmutterhals verschließt, kann in dieser Zeit als großes Stück abgehen. Dies ist ein sicheres Zeichen, dass der Eisprung unmittelbar bevorsteht.

Selbstuntersuchung des Zervixschleims

Zur Untersuchung des Schleims führt die Frau ein oder zwei Finger in die Scheide ein und entnimmt vom Scheideneingang etwas Zervixschleim. Wenn sie mit der Methode vertraut ist, gelingt es ihr mit etwas Erfahrung die Beschaffenheit des Schleims zu beurteilen. Nimmt man z. B. Schleim zwischen Daumen und Zeigefinger und spreizt die Finger und lässt sich so ein mehrere Zentimeter langer Faden ziehen, ist dies ein sicheres Zeichen, dass der Eisprung unmittelbar bevorsteht.

Ein Trick der Natur

Der zähe Zervixschleim und das saure Milieu der Scheide halten nicht nur Bakterien ab, auch Spermien werden nicht durch diese Barriere gelassen. In der Eireifungsphase sorgen die Östrogene allerdings dafür, dass das Milieu in der Scheide nicht mehr sauer, sondern basisch wird. Der Zervixschleim wird wässrig, sehr spinnbar und ist reich an Eiweißen, Salz und Glukose. Dieses Milieu hat die Natur so eingerichtet, damit es eindringende Spermien  zum Zeitpunkt des Eisprungs leichter haben, durch die Scheide in die Gebärmutterhöhle und weiter bis zu den Eileitern und der Eizelle zu gelangen. Die Spermien können in diesem Milieu auch bis zu fünf Tagen überleben und auf den Eisprung und die Befruchtung warten. Der Gebärmutterhals selbst öffnet sich und wird weich. Die Spermien finden also optimale Bedingungen im Körper der Frau vor.

Die Basaltemperaturmethode

Die Veränderung der Körpertemperatur gibt Ihnen ebenfalls Aufschluss über Ihren Zyklus. Die Temperatur steigt zum Zeitpunkt des Eisprungs oder kurz danach um einige Zehntel Celsius leicht an und sinkt am Ende des Zyklus wieder. In der zweiten Zyklushälfte ist die Temperatur also im Vergleich zur ersten Zyklushälfte erhöht. Dieser Anstieg ist hormonell bedingt, und zwar durch das Gelbkörperhormon Progesteron. Der Progesteronspiegel steigt nur an, wenn ein Eisprung stattgefunden hat. Die Methode ist relativ einfach anzuwenden: Am besten messen Sie die Temperatur morgens direkt vor dem Aufstehen.  Wichtig ist immer an derselben Stelle zu messen: entweder rektal (im Po), oral (im Mund),  vaginal (in der Scheide) oder im Ohr (mit einem Digitalthermometer). Es ist nicht notwendig an jedem Tag die Temperatur zu messen. Beginnen Sie nach der Regelblutung oder wenn Sie eine Veränderung des Zervixschleims wahrnehmen. Nach dem Ende der fruchtbaren Tage können Sie aufhören. Tragen Sie die Werte in ein spezielles Kurvenblatt ein. Nach mehreren Monatszyklen können Sie feststellen, wann in etwa ihre fruchtbaren Tage waren. Sind die Zykluslängen in etwa gleich lang, können Sie den Zeitpunkt des nächsten Eisprungs bestimmen. Beachten sollten Sie jedoch, dass Schlafmangel, Infektionen, Alkoholgenuss, Stress, seelische Belastung sowie Reisen und Klimawechsel die Körpertemperatur beeinflussen können.

Aussage von Beschaffenheit des Zervixschleims und Körpertemperatur

Durch die Anwendung beider Methoden erfahren Sie, wann der günstigste Zeitpunkt für eine Empfängnis ist. Die beste Chance schwanger zu werden ist an den Tagen, wenn der Zervixschleim dünnflüssig und sehr„spinnbar“ ist und an den Tagen danach bis einschließlich des Tages mit der ersten Temperaturerhöhung.

Mehr zur Anwendung der Methoden zur Natürlichen Familienplanung finden Sie unter www.meinkinderwunsch.de sowie in unserer Literaturliste und in unseren weiterführenden Links unter „Natürliche Familienplanung“.

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