Demografie
Kurz und knapp: Die Deutschen sind die Bevölkerung mit der geringsten Geburtenrate weltweit. Es werden immer weniger Kinder geboren. Die Eltern werden immer älter, bevor sie Kinder bekommen. Die Bevölkerungszahlen sinken und die Alterstruktur der Bevölkerung verändert sich dramatisch.
Deutschland heißt in der Fachsprache „Niedrig-Fertilitätsland“ – das bedeutet, dass weniger Kinder geboren werden, als für den Ersatz der Elterngeneration notwendig wären. Im Durchschnitt bringt jede Frau in Deutschland 1,3 Kinder zur Welt. Um den Bevölkerungstand zu erhalten, wären aber 2, 1 Kinder erforderlich. Zum Vergleich: 1935 hatten über die Hälfte der Frauen eines Geburtsjahrganges drei und mehr Kinder. Kinderlosigkeit war mit 6,7 Prozent kaum anzutreffen. Kinder waren fester Bestandteil des Lebens. In den folgenden Jahren stieg die Kinderlosigkeit stark an und erreichte zum Beispiel im Geburtsjahrgang 1966 einen Anteil von knapp 29 Prozent.
Die niedrige Fertilität trägt zur Überalterung und zur Abnahme der Bevölkerung bei. Zuwanderungen können dies nicht länger ausgleichen. 2007 stieg die Geburtenrate zwar auf 1,4 Kinder pro Frau an, aber es bleibt abzuwarten, ob sich dieser Trend langfristig stabilisiert.
Bleibt die Geburtenrate weiterhin auf niedrigem Niveau, werden im Jahre 2050 in Deutschland nur noch 68,7 Millionen Menschen leben, statt 82,3 Millionen im Jahre 2006. Der Alterungsprozess, der bereits vor 100 Jahren begonnen hat, setzt sich fort: Weniger junge Menschen, weniger Kinder, deutlich mehr ältere Menschen. Die Gründe liegen auf der Hand: Es gibt immer weniger Männer und Frauen im Elternalter. Heirat und Familiengründung werden zunehmend auf später verschoben. Männer und Frauen werden immer älter, bevor sie Kinder bekommen. So waren die Mütter im Jahre 2006 im Durchschnitt bereits 29,6 Jahre alt, im Jahre 1990 waren es noch 27,6 Jahre. Die meisten Frauen verwirklichen ihre Kinderwünsche bis zum 40. Lebensjahr oder gar nicht. Die Ursachen für das späte Kinderkriegen sind vielfältig: Längere Ausbildungszeiten, steigende Berufstätigkeit der Frauen, individuelle Entscheidungen, erst Kinder zu bekommen, wenn der richtige Partner gefunden und die berufliche Zukunft und damit die Basis für ein Kind gesichert sind. Eine aktuelle Studie der Bertelsmann-Stiftung zeigt: Nicht nur für junge Frauen, auch für junge Männer ist es wichtig, vor der Familiengründung eine gesicherte berufliche und finanzielle Basis zu schaffen. Junge Männer wollen Familie und Beruf unter einen Hut bekommen und wünschen sich mehr Akzeptanz und familienfreundliche Regelungen. Mit zunehmendem Alter steigt aber das Risiko, Kinderwünsche nicht mehr realisieren zu können.
Mehr über den demografischen Wandel in Deutschland finden Sie hier zum downloaden
(PDF )
Spannendes, Fakten, Daten, Trends, aus der wir die o.g. Zahlen entnommen haben, finden Sie auf der Homepage des Bundesinstituts für Bevölkerungsforschung. Die Studie „Die demographische Lage in Deutschland“ können Sie dort im Download-Center abrufen.
www.bib-demographie.de
Die Studie „Kinderwünsche in Deutschland“ können Sie downloaden auf der Homepage der Bosch-Stiftung unter www.bosch-stiftung.de
Die Kurzfassung der Bertelsmann-Studie „Null-Bock auf Familie“ können Sie hier downloaden. Die Langfassung finden Sie auf der Stiftungsseite unter www.bertelsmann-stiftung.de
